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Vielfältige Zentralschweiz

In der Region um den fruchtbaren Vierwaldstättersee sind die Älplermagronen erfunden worden. Aber nicht nur die. Die findigen Innerschweizer haben ihre Prunkkammer von einem kulinarischen Kleinod der Glückseligkeit zu einem gastronomischen Place-to-go mit Weltstadt-Feeling entwickelt. Die Inspiration holen sich die Spitzenköche, wie auch jene, die sich der ewig guten Ur-Küche verschrieben haben, von der einzigartigen, ertragreichen Landschaft. Die milde Umgebung des Sees, die zerklüfteten Hänge des Napfgebietes und die sanften grünen Hügel des Luzerner Mittellandes lassen Obst, Gemüse, Getreide, Eier, Fleisch und heimische Fische gedeihen. Das Innerschweizer «Suurteigbrot» ist von einer krossen Raffinesse, die Biss für Biss den Wunsch nach Lifestyle und vitaler Lebensführung stillt. Der «Kafi Luz» geht auf eine frühere Begebenheit zurück, wonach die Sennen und Bauern das Schnapstrinken schon als Vorfrühstück zelebriert hätten. Das gute Gespür für guten Schnaps ist geblieben: Die Destillerien um den Vierwaldstättersee brennen unter anderem erstklassigen Kirsch – zum Teil noch in traditionellen Hafenbrennereien mit Holzfeuerung! Die aromareiche Tour krönen die «Lozärner Birewegge» oder die preisgekrönte Wetterfroschtorte aus dem Muotathal

Zentralschweiz
Zentralschweiz
Bergwürze
Zuger Kirschtorte

 

Bergwürze

Hoch über dem Urnersee, in der felsigen Berglandschaft vor der Lidernenhütte, riecht es nach frischem Gras, kühler Erde, würzigen Kräutern und saftigen Blüten – bescheidene Mittel für einen einzigartigen Hütten-Fine-Food. Ob mit der naheliegenden Seilbahn oder zu Fuss aus dem schwyzerischen Riemenstaldnertal: Die Hütte ist ein beliebtes Ziel - sowohl für Tourengänger, als auch für Feinschmecker. Ohne Businessplan, aber dafür mit viel Energie und neuen Ideen, startete das Hüttenwart-Ehepaar, in das Abenteuer auf der Lidernenalp. Im Topf landet, was die Umgebung hergibt. Die Hütte wurde über die Jahre schrittweise modernisiert, ohne ihren Charakter zu zerstören. Dazu gehörte auch die Überarbeitung und Aufwertung der Speisekarte. Nach kurzer Zeit fand das Wirtepaar bald das Rezept dafür, wie man aus Hüttenfutter Feinkost macht. Wir kochen alles frisch und haben die meisten Produkte aus der Region.

Zuger Kirschtorte

Die Zuger Kirschtorte gilt als DIE Zuger Spezialität. Es ist fast schon ein Muss, eine solche zu probieren und in einer Backstube zuzuschauen, wie sie hergestellt wird. Unten und oben besteht sie aus einer Japonaisschicht mit Mandeln und Haselnuss. Dazwischen luftiges Biscuit. Und die leichte Buttercrème mit viel erstklassigem Zuger Kirsch gehört ebenfalls dazu. Seit bald 100 Jahren ist sie im Handel, sie wurde stets verfeinert und mannigfach an Conditoren-Ausstellungen ausgezeichnet. Noch wichtiger: Die Zuger Kirschtorte hat unzählige Fans im In- und Ausland gefunden. Wie sie hergestellt wird, kann bei einem Blick über die Schultern von Konditoren erlebt werden. Dabei erfahren Interessierte viel über das Handwerk des wohl bekanntesten Desserts der Schweiz und werden in die Geheimnisse der Zuger Kirschtorte eingeweiht.

Weitere Informationen und Ausflugstipps finden Sie unter MySwitzerland.com

Pascal, Edi junior und Edi senior, Svenja, Silvia und Severin Meier vom Alisacherhof in Oberägeri.
Clelia & Matthias Waser, Alp Unterst-Hütte, Niederbauen NW
Anita & Pius Schmid, Schneeberg, Sörenberg LU
In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Bäuerinnen- und Landfrauenverband

 

«Home-made» zieht auch im Crypto-Valley
Zu Besuch auf dem Hof von Silvia und Edi Meier in Oberägeri im Kanton Zug.
Moderne Hochhäuser, smarte Start-ups und Cryptowährungen – so kennen wir den Kanton Zug. Bei Silvia und Edi Meier sprudeln die Ideen ebenfalls und das Ausprobieren von Neuem treibt sie an. Mit ihren vier Kindern Svenja, Edi, Severin und Pascal leben sie nur 15km von der Stadt Zug entfernt und doch in einer ganz anderen Welt. Oberhalb des lauschigen Ägeritals gelegen, sind sie auf einem Bauernhof an schönster Lage daheim. Hund Felix begrüsst die Besucherin mit einer Begeisterung, als wäre der liebste Mensch endlich wieder da. Neben dem Parkplatz steht ein hübsches Hoflädeli. Die bescheidene Grösse täuscht: Drin und dahinter steckt viel mehr, als man auf den ersten Blick sieht.

Am Anfang stand eine kleine, zufällig erhaltene Glacemaschine. Die Leidenschaft war geweckt. Schon bald machten sie sich auf die Suche nach einer grösseren Maschine und den idealen Rezepturen. «Nach langer Suche online und Gesprächen mit Schweizer Anbietern, meldete ich mich schliesslich für einen dreitägigen Kurs an der Eisfachschule in Berlin an», erzählt Silvia. Das war vor weniger als zwei Jahren. Unterdessen gibt es auf dem Hof einen nigelnagelneuen Verarbeitungsraum. Der Edelstahl glänzt genauso wie die Augen von Silvia und Edi, wenn sie über ihre ersten Versuche und Erfolge berichten. Unterdessen haben sie ein Sortiment von 15 verschiedenen, saisonal wechselnden Glaces wie Quitten-Yogurt, Baumnuss oder Milch. Die Badi in Unterägeri führte sie im Sommer 2019 im Sortiment, ebenso verschiedene Lebensmittelläden im Dorf. Im Hoflädeli darf die kalte Verführung nicht fehlen. Vor allem weil ein Pilgerweg daran vorbeiführt und nach dem Aufstieg eine Stärkung nicht schadet.

«Unser Ziel ist es, unsere hofeigenen Produkte zu verwerten», betont Edi und fügt an, dass sie auch ihren Kindern diese Wertschätzung mitgeben wollen. Alle vier helfen gerne auf dem Hof mit. Im Hofladen gibt es zudem Fleisch und Würste von den eigenen Mutterkuhtieren, die ein befreundeter Metzger aus der Umgebung herstellt. Ebenso produzieren sie selber eine ganze Palette verschiedener Teigwaren und natürlich Konfitüren, Sirups, getrocknete Früchte oder Most. Es gibt auch Eier, Kartoffeln oder Obst. Bezahlen kann man bargeldlos mit Twint. Meiers arbeiten eng mit dem Nachbarbetrieb zusammen, der ebenfalls Direktvermarktung betreibt. Sie beziehen von dort auch die Milch für die Glace. «Es ist uns wichtig, dass wir ein gutes Verhältnis haben und uns gegenseitig unterstützen», meint Edi.

Kundschaft hat es genug im Ägerital. Die sanften Hügel sind dicht bebaut, edle Terrassen- und Einfamilienhäuser säumen die Hänge. Entsprechend durchmischt ist ihre Kundschaft. Die Einheimischen kommen genauso wie zugezogene Ausländer. «Viele junge Familien tätigen bei uns zum Teil grosse Einkäufe», sagt Silvia. Natürliche Rohstoffe und regionale Produkte, sei ihnen wichtig. Entsprechend würden viele Fragen zur Art der Produktion gestellt, die Silvia und Edi gerne beantworten. Und wie sieht es mit den sprachlichen Hürden im multinationalen Zugerland aus, sprechen die beiden Englisch? «A little bit», sagt Silvia und lacht herzlich.

Pascal, Edi junior und Edi senior, Svenja, Silvia und Severin Meier vom Alisacherhof in Oberägeri. 
www.alisacher-hofprodukte.ch

 

«Dichtestress? Kennen wir nicht!»
Dichtestress ist auf der Alp Unterst-Hütte am Niederbauen ein Fremdwort. Nur mit der Luftseilbahn Emmetten- Niederbauen und einem anschliessenden 20-minütigen Abstieg ist das schöne Fleckchen erreichbar. Hoch ob dem Vierwaldstättersee auf 1'500 Meter verbringt Familie Waser seit mehr als sechs Jahrzehnten ihren Sommer. Vor fünf Jahren hat mit Matthias und Clelia bereits die dritte Generation das Alp-Zepter übernommen. Matthias ist gelernter Landwirt, Clelia Milchtechnologin. Gemeinsam wird im Sommer gemolken, gekäst, gehegt und gepflegt, was die Zeit hergibt. Rund 40 vorwiegend Original Braunvieh-Kühe, 50 Alpschweine und zehn Ziegen gehören auf 28 Hektaren zur Alp. Die Milch wird in der alpeigenen Käserei zu Niederbauener Alpkäse, Mutschli, Butter, Raclette- und Bratkäse verarbeitet – insgesamt 7.5 Tonnen Jahr für Jahr.
«Der Brunch gehört zum Alpsommer»

Längst zur Agenda des Alpsommers gehört auch der traditionelle 1. August-Brunch. Bis zu 70 Personen empfängt Familie Waser mit ihren fleissigen Helfern. «Für unseren Brunch verwenden wir Zutaten von der Alp und aus der Region. Ich will unseren Gästen zeigen, dass «Superfood» nicht von weit herkommen muss», so Clelia. «Das Besondere ist sicher die Abgeschiedenheit, bei uns kann man Kraft tanken», ergänzt Matthias. Wichtig sei den beiden auch, dass sie sich genügend Zeit für einen Schwatz mit den Gästen nehmen können.

Und wer es nicht an den 1. August-Brunch schafft, der hat ja vielleicht Zeit für die beeindruckende Alpabfahrt nach Ennetbürgen im September.

Clelia & Matthias Waser, Alp Unterst-Hütte, Niederbauen NW
www.natuerlichnidwalden.ch

 


«Ich verarbeite, was die Natur mir schenkt»
Das schmucke Haus im Schwarzwälder-Stil entlang der Wanderroute Sörenberg-Rossweid via Salwideli nach Kemmeriboden fällt sofort ins Auge! Unten schneeweise Mauern, oben mit viel dunklem Holz und unzähligen leuchtendbunten Blumen lädt es zu einer gemütlichen Rast ein. In diesem Bijou auf 1’275 Meter über Meer wohnen von Mai bis Januar Anita und Pius Schmid – und mit ihnen auch drei Dutzend Original Braunvieh- und Limousin-Mutterkühe, einige Rinder und zwei Esel.

«Zufriedene Gesichter sind meine grösste Motivation»
Mitten in dieser Idylle führt Anita einen der schönsten Hofläden der Schweiz. Dafür richtete sie 2013 den nicht mehr benutzten Pferdestall her. Und dieser passt perfekt: im Sommer angenehm kühl, im Winter nicht zu kalt. Vor allem Wanderer und Feriengäste aus der Umgebung zählt sie zu ihren Kunden. Und ihre Auswahl ist riesig: Verschiedene Backwaren, Bärlauchsalz, eingelegte Zucchetti, Kräutersirup, Teigwaren – die Liste ist lang. «Es macht mir Freude, den Laden schön zu dekorieren. Wenn die Augen der Kunden leuchten, ist das meine grösste Motivation», so die Gastgeberin und stellt ein aus der Reihe tanzendes Pack «Nidlezältli» wieder an seinen Platz.

Anita schätzt, dass sie sich ihre Zeit selber einteilen kann. So sammelt sie an sonnigen Tage gerne Bärlauch, Pilze oder Kräuter, «halt alles, was die Natur im UNESCO-Biosphärenreservat Entlebuch so hergibt». Was sie nicht selber macht, kommt gleich von nebenan. «Meine Kunden sollen spüren, wie viel Zeit und Hingabe in unseren Produkten stecken! »

Anita & Pius Schmid, Schneeberg, Sörenberg LU
www.soerenberg.ch


In Zusammenarbeit mit den Schweizer Bäuerinnen und Landfrauen