Main Content

Schrebergarten per App

Bei Stefan Brunner wird jeder zu seinem eigenen Gemüsegärtner. Das Gemüse wird auf dem Biohof im Voraus per Handy bestellt. Die «virtuellen» Gärtner erhalten regelmässig Bilder zugeschickt, um zu sehen, wie Karotten und Co. auf dem Acker gedeihen.

Wer hätte nicht gerne sein eigenes Gärtchen? Umso besser, wenn das frische Gemüse dabei praktisch wie von selbst wächst. Denn für das Säen, Düngen, Hacken und Giessen übernimmt der Biogemüsegärtner Stefan Brunner aus Spins BE die Verantwortung. Seit letztem Jahr verkauft der «Bionär» auf seinem Biohof quadratmeterweise Gemüse über das Internet oder über eine Handy-App. Der Kunde wählt dabei zwischen einem von Brunner vorgegebenen fixen Gemüsesortiment aus, beispielsweise Karotten, Lauch, Zwiebeln oder Kartoffeln. Optional kann er seine eigenen Wunschgemüse ansäen lassen. «Bezahlt wird pro Fläche, dafür erhält er aber die gesamte Ernte», erklärt der digitale Biobauer. Und dabei ist es wie im «richtigen» Bauernleben: «Je nach Wetterbedingungen fällt die Ernte eben besser oder schlechter aus.» Das Risiko trägt von vornherein die Käuferin oder der Käufer, übrigens auch für krumme Karotten, die sonst als Foodwaste enden würden. «Damit möchte ich die Leute für die Launen der Natur sensibilisieren, für die der Handel oft wenig Verständnis hat», sagt Brunner. Bisher sind vor allem Gourmet-Köche auf den Bionär-Zug aufgesprungen, für die sich so die Gelegenheit ergab, kleine Sellerie und andere Köstlichkeiten anbauen zu lassen. Seit diesem Jahr ist die Versuchsphase nun definitiv vorbei und die App im Play Store und App Store erhältlich. Dem eigenen Schrebergarten steht also nichts mehr im Weg.


Autor: David Eppenberger

Webseite: bionär.ch