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Mein Garten ist nicht unordentlich. Er ist gepflegt!

Ein Satz mit dem Christine Gafafer sowie Nicole Heimgartner immer wieder über ihren Garten aufklären müssen. Es sei wichtig, der Natur Raum zu lassen, damit sie sich entfalten kann. Die beiden Landfrauen betonen, dass es nicht schwierig sei und nicht viel Platz benötigt, um die Biodiversität zu fördern. 

 

Es hat seinen Grund, weshalb mein Garten so aussieht.

Bereits von klein auf lernte Christine aus Melchnau im Kanton Bern, was es heisst, Sorge zur Natur zu geben. Von Jahr zu Jahr entwickelte sie eine steigende Begeisterung für biologische Gärten. In ihrem privaten Garten hat sie viel ausprobiert – vor allem die alten heimischen Sorten haben es ihr angetan. Heute fördert sie die Biodiversität nicht nur in ihrem Garten, sondern arbeitet auch auf dem Betrieb Birlihof in Melchnau beim Anbau von Wildblumen und Heilkräuter mit – und das bereits seit 20 Jahren. Ihr Wissen erarbeitet sie sich beim Ausprobieren und Beobachten, holt es sich aus Zeitschriften oder profitiert von Begegnungen mit anderen Persönlichkeiten, wie Nicole Heimgartner aus dem Nachbardorf Gondiswil. Die beiden Bernerinnen haben sich erstmals an einer Stubete der bernischen Landfrauen getroffen und haben seither guten Kontakt.

Nicole war damals als Referentin an der Stubete. Mit ihrem Unternehmen 1000 und 1 Flügelschlag bietet sie diverse Kurse, Vorträge und Gartenführungen über die Biodiversität und Schmetterlinge an. Mit ihren Angeboten möchte sie andere für die Artenvielfalt begeistern und den Nutzen für unsere Gesellschaft aufzeigen. Ihr breites Wissen hat sie sich über mehrere Jahre selbst angeeignet. Sie lernte schnell, dass es nicht nur reicht diverse Pflanzenarten im Garten zu haben. Es ist wichtig, dass der Grossteil aus einheimischen Pflanzen besteht. Aber es ist auch wichtig, dass ein Lebensraum für die verschieden Tierarten entsteht. 

Wie können Sie in Ihrem Garten die Biodiversität fördern?

Profitieren Sie von den persönlichen Top-Tipps der zwei erfahrenen Landfrauen, wie Sie in Ihrem Garten, auf dem Balkon oder sogar auf dem Fenstersims die Biodiversität fördern können.

 

Mein Garten

Wilder Ecken

Suchen Sie sich einen kleinen Bereich in Ihrem Garten. Diesen lassen Sie einfach so wie er ist, auch die Brennnesseln stehen und wachsen lassen. Entfernen Sie ab und zu die Überwucherungen, um allen Pflanzen genügen Platz zu lassen.

Totholzhaufen

Heruntergefallene oder vertrocknete Äste, die Sie in Ihrem Garten finden, können Sie auf einem Haufen aufeinanderstapeln. Egal ob Ihr Asthaufen im Schatten oder an einem Sonnenplatz liegt, beide bieten unterschiedlichen Tierarten einen Lebensraum.

Auch zurückgeschnittene Äste vom Herbst können Sie auf diesen Haufen legen.

Steinhaufen

Bei Steinhaufen muss bereits etwas mehr Vorsicht geboten werden. Um den Tieren einen Lebensraum zu bieten, sollen genügend Zwischenräume zwischen den Steinen gebildet werden. Achten Sie darauf, den Steinhaufen stabil zusammen zu bauen. Damit der Haufen beim nächsten Unwetter nicht zusammenfällt und der Schutz der Tiere gewährleistet ist.

Einheimische Pflanzen:

Setzen Sie einheimische Pflanzen! Es gibt viele verschiedene Arten. Fragen Sie Ihren Gärtner, der kann weitere Informationen geben.

Es ist nirgends zu klein für die Biodiversität!

Es braucht kein riesiger Garten, um die Biodiversität zu pflegen. Auch ein Balkon oder ein Fenstersims bietet Ihnen bereits genügend Platz. Insekten gibt es nicht nur in den ländlichen Regionen, sondern auch in der Stadt.

Samenmischungen

Beispielsweise können Samenmischungen in einem Topf gesät werden. Jeder Topf und jede Kiste sind für die Biodiversität zu haben. Es muss nicht viel sein!

Bei den Samen ist Vorsicht geboten. Es gibt Samenmischungen, die nichteinheimische Samen enthalten. Um diesen fremden Samen auf die Schliche zu kommen, empfehlen die zwei Landfrauen auf die Kennzeichnung "Floretia" zu achten. Das Zeichen ist auf komplett einheimischen Samenmischungen zu finden.

Totholzhaufen / Steinhaufen im Topf

Machen Sie in einen Topfboden ein Loch und füllen Sie ihn mit Totholz oder Steinen. Das Prinzip funktioniert wie bei einem Haufen im Garten. So können Sie auch auf Ihrem Balkon unterschiedliche Tiere anlocken.

Hecken

Oftmals findet man Hecken wie Tuja oder Lorbeer, die der Biodiversität nichts bringen.

Viele einheimischen Sträucher wie z.B. ein Faulbaum würden ebenso zu einer idealen Hecke heranwachsen und gleichzeitig der Biodiversität einen Mehrwert bieten.

Es ist viel möglich!

"Wir alle sind gefordert. Auch wenn du in einem Block wohnst." betonen die beiden Landfrauen. Ein Topf mit einheimischen Pflanzen auf dem Fenstersims ist bereits viel Wert. Es ist ein sehr dringendes Thema, dass wir angehen müssen.

"Es muss nicht der ganze Garten der Biodiversität verschrieben werden. Es sollen auch Pflanzen fürs Herz Platz haben, auch wenn es fremde Pflanzenarten sind. Am Schluss ist es wichtig, dass alle das für sich Mögliche machen. Schlussendlich ist es unsere Zukunft."

Wir, die Frauen vom Land. gemeinsam.kompetent.engagiert.

Als Vorstandsmitglied des Verbandes Bernischer Landfrauen liegt Christine Gafafer die Biodiversität sehr am Herzen. Unter dem nationalen Motto "Wir, die Frauen vom Land. gemeinsam.kompetent.engagiert." bilden die regionalen Verbände und Vereine in 28 Kantonalsektionen innerhalb des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes ein grosses Netzwerk für Bäuerinnen und Frauen vom Land. Themen wie z.B. Biodiversität, Stärkung der Frau, soziale und kulturelle Interessen sowie die wirtschaftliche, berufliche und soziale Stellung der Bäuerin und der Frau vom Land spielen dabei eine zentrale Rolle. 

Mehr Infos unter landfrauen.ch