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Gaumenfreuden in der Westschweiz

Im Waadtland werden typische Gerichte wie die Saucisse aux choux (Wurst mit Kohl) zubereitet, die mit dem berühmten Papet vaudois (Lauch und Kartoffeln) serviert wird. Dabei darf ein Glas Chasselas nicht fehlen, die hier dominierende Rebsorte für Weisswein.

Die Rebstöcke auf den schönen Terrassen gibt es allerdings nicht nur am Genfersee zu bestaunen. Auch am Neuenburgersee gedeihen die Trauben an sonnenverwöhnten Hängen. Ausserdem liegt der atemberaubende Felsenkessel «Creux du Van» im Kanton Neuenburg. Ein Wunderwerk der Natur, welches man unbedingt gesehen haben muss.

Der Jura ist definitiv ein Paradies für Käsekenner. Besonders der Tête de Moine AOC (zu deutsch Mönchskopf), ein zu feinen Rosetten gedrehter Halbhartkäse, ist zu empfehlen.

Genf, aufgrund seiner humanitären Tradition auch «die Hauptstadt des Friedens» genannt, ist die Heimat der Luxusuhrenindustrie. Aber auch Feinschmecker sind hier gut aufgehoben, vom Gourmettempel bis zum Landgasthof lässt sich wunderbar schlemmen.

Das Wallis ist voller Gegensätze: In den Bergen majestätische Viertausender und entlang der Rhone weitläufige Rebberge sowie authentische Seitentäler. Im grössten Weinkanton der Schweiz gibt es viel zu entdecken.

 

Der Getreideflüsterer

Cédric Chezeaux lebt sein Ideal: Vor 15 Jahren hat er der konventionellen Landwirtschaft den Rücken gekehrt. Seither baut er in der Nähe von Romainmôtier alte, fast vergessene Getreidesorten in Bio-Qualität an. Heute besuchen ihn Menschen aus ganz Europa auf der Suche nach echten, ursprünglichen Lebensmitteln und kompromissloser Qualität. Auf den gold leuchtenden Feldern wachsen Einkorn, Dinkel, Buchweizen, Emmer, Roggen, Raps und Linsen. Dazwischen blühen Mohn und Wiesenblumen. Wer gerne köstliche Gerichte aus den Produkten der Familie Chezeaux geniessen möchte, kehrt bei Cédric Rey ein. Mit Leidenschaft und Handwerk schafft Cédric Rey aus den Produkten der Familie Chezeaux raffinierte kulinarische Kombinationen. Vor dem Essen können Neugierige den Hof in unmittelbarer Umgebung besuchen. Dort erklärt Cédric Chezeaux höchstpersönlich, worin das Geheimnis seiner Produkte besteht.

Der Weinpark der Schweiz

Das Wallis ist bekannt für seine vielen Sonnenstunden und die hochwertigen Weine. Im Winzerdorf Salgesch mitten im Naturpark Pfyn-Finges produziert Luc Mounir mit seiner Familie hochwertigen Wein. Sie arbeiten vorwiegend mit traditionellen Sorten und im Einklang mit der Natur – was die Nachkommen, die Weinliebhaber und die Gäste des Naturparks freut. Der Weinbau hat im Naturpark Pfyn-Finges einen hohen Stellenwert. Kein anderer Schweizer Naturpark verfügt über so viele Reben und Weinproduzenten wie der Pfyn-Finges. Über 80 Winzer laden zum Verweilen und Degustieren der regionalen Produkte ein. So auch die Winzerfamilie Mounir. Sie produzieren bereits in der dritten Generation preisgekrönte und nachhaltige Weine. Gäste können die edlen Tropfen auf dem Weingut der Familie oder auf dem neuen Food-Trail, welcher durch den Naturpark führt, degustieren. Zudem bietet der Naturpark viele weitere spannende Angebote zu den Themen Reben und Wein.

Weitere Informationen und Ausflugstipps finden Sie unter MySwitzerland.com

Der Getreidegeflüsterer
Der Weinpark der Schweiz

 

Der Ruf des Berges
Zurück zu den Wurzeln. Schaut man sich den Lebenslauf von Dani Ritler an, dann erhält dieser Spruch seine volle Bedeutung. Aufgewachsen in Blatten, inmitten des Lötschentals, lebte er anschliessend einige Jahre in der Stadt Bern. Dann kehrte er in dieses schöne Tal an der Grenze der Kantone Wallis und Bern zurück, wo die kleinen Flüsse vom Langgletscher in die Lonza und dann in die Rhone münden. 1992 kaufte er dann einige Schafe als Zeitvertreib, und genau diese Nebentätigkeit sollte sein Leben bestimmen und aus ihm einen professionellen Züchter machen.

Mit seiner Ehefrau Karin hat er einen Hofladen in einem alten Stall eröffnet. Dort verkauft das Ehepaar Spezialitäten aus der Region, Käse, Honig, Tee, Walliser Weine und frische Teigwaren aus Ulrichen im Conches-Tal. Die Kundschaft kann sich auch an den schönen Blumen dieser alpinen Region erfreuen. «Ich mag es, Dekorationen für Restaurants oder Hochzeiten anzubieten», schwärmt Karin Ritler.

Die Schafe pendeln zwischen den Weiden des Tals und den Alpen. Selbst wenn sie im Winter in den Stall zurückkehren, können sie von frischer Luft profitieren. Das Lammfleisch ist Bio-zertifiziert. Der Hof nimmt eine Vorreiterrolle ein, war er doch 2004 der erste zertifizierte Hof im Lötschental. «Nun haben wir ein neues Projekt, wir wollen die biologische Schafwolle nutzen, um Wollflocken für Kissen herzustellen, die wir dann selbst vermarkten!» sagt Kartin Ritler.

Unter dem Namen «Dani’s Lamm» empfängt der Hof Besucherinnen und Besucher zu Mahlzeiten, Degustationen, Hochzeits-Apéros usw… Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um die hervorragenden Produkte aus der Region zu degustieren. «Ein Besuch bei uns lohnt sich. Wir haben ein interessantes Unternehmen aufgebaut mit einer Vielzahl an schönen Angeboten in einem traumhaften Tal. Und wir stecken viel Herzblut und Freude in unsere Arbeit», sagt Karin Ritler. Wie könnte man also dem Ruf widerstehen, zu den Wurzeln zurückzukehren.

Karin und Daniel Ritler, Bäuerin und Bauer, Blatten VS
www.danis-lamm.ch

 

Marlise Baur geht vor der Grünen Fee auf die Knie!
In Le Mont-de-Travers (NE) baut Marlise Baur echten Wermut, römischen Wermut und Pfefferminze für die Destillateure der «Interprofession de l'absinthe» des Val-de-Travers an. Eingetaucht in dieses Universum ist sie dank Yves Currit, einem von drei Züchtern der Region. Seit elf Jahren hat sie neben ihrer Tätigkeit als Bäuerin dieses zweite Standbein aufgebaut. «Man kann davon allein nicht leben, aber mir liegt am Herzen, dass diese regionale Tradition erhalten bleibt.» Parallel dazu halten sie und ihr Ehemann Heinz rund 30 Milchkühe und stehen einem Betrieb von 56 Hektar Grünland vor. Die Milch geht in die Käserei von Le Mont-de-Travers, wo sie zu Gruyère AOP verarbeitet wird.

Auch wenn die Pflanzen, die sie anbaut, robust sind, so ist die Arbeit doch anspruchsvoll und erfordert viel Aufmerksamkeit. «In diesem Beruf ist man viel auf den Knien und verbringt enorm viel Zeit beim Jäten!» Marlise unterstreicht, dass der Boden und die Kulturen nicht behandelt werden und nur dem Zyklus der Jahreszeiten folgen.

Die Unkrautbekämpfung beginnt zu Beginn des Frühlings, wenn die mehrjährigen Pflanzen aus dem Boden spriessen. Marlise Baur schreitet die Parzellen dann regelmässig ab. Die Ernte beginnt Ende Juni mit der Minze, dann folgt der Schnitt des echten Wermuths, gefolgt vom römischen Wermuth und schliesslich von der neuen Ernte der Minze. Die Pflanzen gehen darauf nur für drei oder vier Tage ins Trockenwerk von Yves Currit, damit sie ihre Spezifitäten nicht verlieren. Dann wird die Produktion gehackt und in Säcke abgepackt. Die Rückverfolgbarkeit jeder Kultur ist sichergestellt. Die Produktion geht hauptsächlich an die handwerklichen Brennereien des Val-de-Travers, wo die legendäre grüne Fee, der Absinth Du Vallon, hergestellt wird.

Marlise Bauer, Bäuerin, Travers NE


Die Natur inmitten der Stadt
Der Hof in Le Lignon, eine Oase des Friedens, liegt in unmittelbarer Nähe des Genfer Stadtzentrums. Claude Meyer und seine Partnerin Stéphanie Veillet bewirtschaften diesen Hof seit dem Jahr 2012. Die Freilandhaltung von rund tausend Hühnern stellt einen der Betriebszweige dar. Das Paar hat aber auch einen Gemüsegarten, betreibt Weinbau und einen Hofladen, der drei Tage pro Woche geöffnet ist, und bietet Aktivitäten rund um den Agrotourismus an.

In diesem Sinne der Offenheit bietet der Hof seit 2014 auch einen Brunch an, der zahlreiche Stadtbewohner aber auch Personen aus anderen Kantonen und dem benachbarten Frankreich anzieht. Als Rührei, hartgekocht, in Quiches mit Käse oder Gemüsen vom Hof sowie in zahlreichen Desserts stehen die Hühnereier im Mittelpunkt des Brunchs. «Wir bieten auch Salate, Konfitüren, einige Wurstwaren und Wein sowie ein Barbecue mit Würsten aus unseren Kälbern an», fügt der Gastgeber an. Die übrigen Produkte, d. h. das Brot, die Butter, Beilagen zu den Wurstwaren oder auch das handwerklich hergestellte Bier stammen ausschliesslich aus der Region. «Dieser Brunch wäre ohne Hilfe unserer Freiwilligen undenkbar. Wir sind ihnen sehr dankbar», sagt Stéphanie Veillet.

Verschiedene Aktivitäten werden parallel dazu angeboten: eine Musikgruppe, aber auch Events für die Kinder mit einem Spielzimmer, sehr begehrte Schminkworkshops oder Ponyreiten. Letzteres wird vom Tierheim Darwin organisiert, das misshandelte Tiere aufnimmt.

Was für Claude Meyer und Stéphanie Veillet zählt, ist nicht der finanzielle Aspekt. «Vielmehr geht es darum, über unsere Produkte und Aktivitäten zu kommunizieren», sagt Stéphanie. Das Wichtigste ist aber zweifellos die Begeisterung, mit der unsere Besucherinnen und Besuchern wiederkommen.» Dieses Jahr sind es 350 Personen, die das Glück haben, vom festlichen und idyllischen Rahmen des Hofs in Le Lignon zu profitieren.

Stéphanie Veillet & Claude Meyer, Le Lignon GE
www.ferme-du-lignon.ch


In Zusammenarbeit mit den Schweizer Bäuerinnen und Landfrauen

Karin und Daniel Ritler, Bäuerin und Bauer, Blatten VS
Stéphanie Veillet & Claude Meyer, Le Lignon GE
Marlise Bauer, Bäuerin, Travers NE
Schweizer Bäuerinnen- und Landfrauenverband